Argumente gegen die Umwidmung der Deichstra├če sind nicht stichhaltig

(24.06.21 / Fraktion, Stadtverband, OV Zons-St├╝rzelberg)
Nachdem die CDU Einspruch gegen die im Hauptausschuss beschlossene Umwidmung der Deichstra├če zur Fahrradstra├če eingelegt hat, nimmt der SPD-Fraktionsvorstand sowie der SPD-Stadtverbandsvorsitzende in einem Interview Stellung zu den Vorw├╝rfen der Opposition und zum Thema.

ÔÇ×Die SPD stimmt der Umwidmung der Deichstra├če nur zu, weil der Koalitionspartner seine ideologischen Vorstellungen durchsetzen will.ÔÇť
Carsten M├╝ller, Stadtverbandvorsitzender und umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: Diese Aussage ist falsch. Bereits im SPD-Wahlprogramm steht, dass das Radverkehrsnetz ausgebaut werden soll. Im Koalitionsvertrag wurde das Thema aufgegriffen und konkretisiert: ÔÇ×Wir halten weitere Fahrradstra├čen auf unserem Stadtgebiet f├╝r sinnvoll. Die Deichstra├če zwischen Zons und St├╝rzelberg sehen wir als eine gut umsetzbare M├Âglichkeit an.ÔÇť

ÔÇ×Die Deichstra├če wird vom Berufsverkehr ÔÇô auch in Richtung D├╝sseldorf ÔÇô als bequeme Verbindung viel genutzt.ÔÇť
Carsten M├╝ller: Auch Fahrradfahrer nutzen die Verbindung im Rahmen des Berufsverkehrs. Durch die Umwidmung zur Fahrradstra├če wird auch f├╝r weitere Berufspendler der Umstieg vom Auto auf das Rad attraktiver.

ÔÇ×Die Schulstra├če/St├╝rzelberger Stra├če wurde endlich fertiggestellt und mit einem tollen Radweg ausgestattet, eine Ausweisung der Oberstra├če/Deichstra├če als Fahrradstra├če ist damit nicht mehr erforderlich, da eine gut ausgebaute Radwegverbindung zwischen St├╝rzelberg und Zons - die auch die nat├╝rliche Wegeverbindung zwischen St├╝rzelberg und Zons ist - existiert.ÔÇť
Sonja Kockartz-M├╝ller, planungspolitische Sprecherin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende: Die Schulstra├če/St├╝rzelberger Stra├če ist nicht nur mit einem tollen Radweg ausgestattet, sondern auch f├╝r den Autoverkehr saniert worden. Von daher stellt sich die Frage, warum Radfahrende die Alternativen nutzen sollen, Autofahrer:innen dies aber nicht zugemutet werden soll, zumal der Deich und damit die Deichstra├če vom Ursprung her nicht als Durchgangsstra├če f├╝r den Autoverkehr initiiert wurden.

ÔÇ×Durch den Wegfall der Deichstra├če f├╝r den Auto-Durchgangsverkehr w├Ąre die St├╝rzelberger Str. die einzige Verbindung f├╝r die kraftfahrenden Nicht-Anlieger zwischen Zons und St├╝rzelberg.ÔÇť
Sonja Kockartz-M├╝ller: Das ist richtig, allerdings gibt es auch zwischen verschiedenen weiteren Ortteilen nur eine Verbindungsstra├če und nicht mehrere.

ÔÇ×Als Wegeverbindung nach Dormagen kann alternativ auch der Fahrradweg entlang der B9 benutzt werden.ÔÇť
Sonja Kockartz-M├╝ller: Auch Autofahrende k├Ânnen die B9 als Alternativroute nutzen. Wieso soll nur den Radfahrenden zugemutet werden, auf den Fahrradweg entlang dieser vielbefahrenen Strecke auszuweichen?

ÔÇ×Die Umwidmung der Deichstra├če f├╝hrt zu zus├Ątzlichen inner├Ârtlichen Verkehrsbelastungen in St├╝rzelberg und ZonsÔÇť
Sonja Kockartz-M├╝ller: Der Verkehr wird durch die Umwidmung nicht mehr, es findet lediglich eine andere Verteilung und damit, was oft ├╝bersehen wird, auch eine Entlastung bestimmter Stra├čen im Umfeld statt. Eine unzumutbare zus├Ątzliche Belastung durch die ÔÇ×UmverteilungÔÇť f├╝r einzelne Fahrwege im Bereich der St├╝rzelberger Stra├če ist nicht zu erwarten. Die Verlagerung des Autoverkehrs wird weiterhin beobachtet, so dass mit entsprechenden Ma├čnahmen ÔÇô falls notwendig ÔÇô steuernd eingegriffen werden kann.

ÔÇ×Die landwirtschaftlichen Betriebe werden sehr viel schlechter erreichbar sein, wenn die Stra├če zu einer Fahrradstra├če wird. Durch die Begrenzung der Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometern wird der Verkehrsfluss behindertÔÇť
Martin Voigt, finanzpolitischer Sprecher und stellvertretender Fraktionsvorsitzender: Die Zufahrt zu den H├Âfen, Hofl├Ąden und Pferdest├Ąllen ist f├╝r Anlieger (Landwirte, Kunden und Pferdehalter) auch weiterhin mit dem Auto m├Âglich. Deshalb ist auch hier - wie bei anderen H├Âfen, Hofl├Ąden und Feldverkaufsstellen, die bspw. ├╝ber Wirtschaftswege angebunden sind, beweisen - mit keinen wirtschaftlichen Einbu├čen zu rechnen. Auf der Gesamtl├Ąnge der Deichstra├če gibt es in Bezug auf Zeitersparnis nur einen kaum messbaren Unterschied zwischen Tempo 50 und Tempo 30.

ÔÇ×Ein ├ťberholen von Radfahrern auf einer Fahrradstra├če wird nicht mehr m├Âglich sein.ÔÇť
Sonja Kockartz-M├╝ller: Die Deichstra├če erstreckt sich ├╝ber eine Breite von f├╝nf Metern. Nach den geltenden Verkehrsbestimmungen ÔÇô ein Meter Abstand zum Fahrbahnrand beidseitig, zwei Meter Sicherheitsabstand beim ├ťberholen von Radfahrern (ca. 0,8 Meter Breite) - haben Autofahrer bereits heute nur maximal 20 cm Spielraum, um Radfahrende sicher zu ├╝berholen, ohne dabei das Bankett zu befahren und damit zu besch├Ądigen. Das reicht jetzt schon oft nicht f├╝r ein sicheres ├ťberholen aus.

ÔÇ×Auf Fahrradstra├čen haben die Radfahrenden Vorrang. Das werden sie ausnutzen, um die Autofahrer auszubremsen.ÔÇť
Michael Dries, Fraktionsvorsitzender: Wir lehnen eine pauschale Unterstellung, dass Radfahrende sich gegen├╝ber Autofahrenden r├╝cksichtlos verhalten, ab. In Paragraf 1 der Stra├čenverkehrsordnung hei├čt es: ÔÇ×Die Teilnahme am Stra├čenverkehr erfordert st├Ąndige Vorsicht und gegenseitige R├╝cksicht.ÔÇť Und weiter: ÔÇ×Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein anderer gesch├Ądigt, gef├Ąhrdet oder mehr, als nach den Umst├Ąnden unvermeidbar, behindert oder bel├Ąstigt wird.ÔÇť Wir erwarten, dass sich Rad- und Autofahrende r├╝cksichtsvoll sowohl auf Auto- als auch auf Fahrradstra├čen verhalten.

Dormagen ist eine fahrradfreundliche Stadt
Michael Dries: Dem Bekenntnis zur fahrradfreundlichen Stadt m├╝ssen auch Taten folgen. Im Koalitionsvertrag hei├čt es w├Ârtlich: ÔÇ×Bei allen Planungen werden der Rad- und der Fu├čverkehr priorisiert.ÔÇť Dies kann u. U. auch bedeuten, dass die Interessen der Autofahrer nicht ├╝ber die Interessen der Nutzenden umweltfreundlicher Fortbewegungsmittel gestellt werden.

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