Stellungnahme zum "Strategiepapier" von Zentrum/UWG
(20.02.26 / Fraktion)Mit Verwunderung nimmt die SPD-Fraktion das von Zentrum/UWG vorgestellte "Strategiepapier" zur Haushaltskonsolidierung zur Kenntnis. Viele der dort formulierten Ziele und MaĂnahmen klingen auf den ersten Blick ambitioniert. Bei genauer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass ein erheblicher Teil dessen, was nun als neue Strategie prĂ€sentiert wird, bereits Bestandteil des vorliegenden Haushaltsentwurfs 2026 ist.
âWer den Haushaltsentwurf aufmerksam liest, wird feststellen, dass zentrale Punkte des Strategiepapiers dort lĂ€ngst beschrieben und eingeordnet sindâ, erklĂ€rt der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Dries. âHier werden im Grunde vorhandene MaĂnahmen neu ĂŒberschrieben, aber keine substanziell neuen VorschlĂ€ge unterbreitet.â Der Haushaltsentwurf fĂŒr 2026 enthĂ€lt eine ausfĂŒhrliche Darstellung der strukturellen Haushaltslage und der mehrjĂ€hrigen Konsolidierungsperspektive. Er erlĂ€utert die Entwicklung von Schulden und LiquiditĂ€tskrediten, beschreibt die Zinsentwicklung und stellt die Finanzierungsstruktur transparent dar. Ebenso ist eine priorisierte Investitionsplanung mit einem klaren Schwerpunkt auf Substanzerhalt und Pflichtaufgaben enthalten. Auch MaĂnahmen zur Stabilisierung der Gewerbesteuerbasis und zur wirtschaftlichen Entwicklung sind im Entwurf berĂŒcksichtigt. Besonders deutlich wird dies beim Thema aktives Schulden- und Zinsmanagement. Genau dieses fordert das Strategiepapier ausdrĂŒcklich. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Haushaltsentwicklung, dass ein solches Management lĂ€ngst praktiziert wird und konkrete Erfolge vorweist. Im Zuge der Nachmeldeliste verbessert sich der Haushaltsplanentwurf 2026 spĂŒrbar durch Einnahmen aus der VerĂ€uĂerung von Zinsderivaten. Diese Einnahmen sind das Ergebnis einer vorausschauenden und fachlich fundierten Zinssteuerung der Verwaltung. âWenn jetzt ein aktives Schulden- und Zinsmanagement gefordert wird, dann stellen wir fest: Genau das wird bereits umgesetztâ, betont Michael Dries. âDie positiven Effekte aus der Zinssteuerung sprechen fĂŒr sich. Das ist keine Theorie, sondern ein messbarer Haushaltsvorteil.â
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ruben Gnade ergĂ€nzt: âNachhaltigkeit, Generationengerechtigkeit und die Sicherung der kommunalen HandlungsfĂ€higkeit sind seit Jahren Leitlinien unserer Finanzpolitik. Diese finden sich im Haushaltsentwurf konkret wieder, etwa in der priorisierten Investitionsplanung mit dem klaren Fokus auf Substanzerhalt.â
Auch die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sonja Kockartz-MĂŒller unterstreicht die Bedeutung einer sachlichen Debatte: âWir begrĂŒĂen jede konstruktive Beteiligung an der Haushaltsdiskussion. Allerdings erwarten wir, dass sich politische Initiativen ernsthaft mit den bestehenden Planungen auseinandersetzen. Viele der jetzt formulierten Forderungen sind bereits Bestandteil des Haushaltsentwurfs.â
DarĂŒber hinaus sieht die SPD-Fraktion keine Notwendigkeit fĂŒr die Einrichtung eines weiteren Ausschusses. Der Hauptausschuss ist bereits fĂŒr Finanzangelegenheiten zustĂ€ndig. ZusĂ€tzlich fand in der vergangenen Wahlperiode eine vertiefte Beratung in der Arbeitsgruppe Berichtswesen und Finanzcontrolling statt, zu der alle Fraktionen eingeladen waren. Die Zentrumsfraktion hat an dieser Arbeitsgruppe konsequent nicht teilgenommen. âWer neue Gremien fordert, sollte zunĂ€chst die bestehenden Möglichkeiten nutzenâ, so Michael Dries. âDie fachliche Beratung ist gewĂ€hrleistet. Eine zusĂ€tzliche Ausschussstruktur wĂŒrde, im Gegensatz zur bisherigen Arbeitsgruppe, lediglich zu weiteren Sitzungsgeldern fĂŒhren, ohne einen erkennbaren Mehrwert fĂŒr die Haushaltssteuerung zu schaffen.â
AbschlieĂend betont Michael Dries: âHaushaltspolitik ist kein Wettbewerb um die griffigste Ăberschrift. Sie verlangt belastbare Zahlen, klare PrioritĂ€ten und verantwortungsvolles Handeln. Die fachliche Grundlage dafĂŒr liefert die Verwaltung. Wir stehen hinter dieser Arbeit und setzen auf StabilitĂ€t und VerlĂ€sslichkeit in der Finanzpolitik unserer Stadt.â
