SPD fragt nach: Gibt es Probleme im Kontrollsystem der stÀdtischen Finanzbuchhaltung?

(23.02.12 / Fraktion)
In den letzten Wochen erhielten BĂŒrgerinnen und BĂŒrger von der Finanzbuchhaltung der Stadt Dormagen Mahnungen ĂŒber in 2010 nicht gezahlte BetrĂ€ge. In den Schreiben wurde bei Nichtbegleichung der Forderung bis zum genannten Termin sofort mit der Einleitung eines gerichtlichen Mahn- und Vollstreckungsverfahrens gedroht, obwohl eine erste Mahnung der Stadt nach Auskunft der Betroffenen in der Vergangenheit nicht erfolgt ist und zum Teil nicht einmal entsprechende Rechnungen zu finden waren. Aus Angst vor der Vollstreckung wurde ein Teil der angemahnten BetrĂ€ge zunĂ€chst beglichen, obwohl die EmpfĂ€nger der Mahnungen den genauen Grund der Forderungen zum Teil nicht nachvollziehen konnten. Denn aus den Schreiben ging nur die Höhe des Betrags, nicht aber der eigentliche Grund der Forderung hervor. Eine Rechnungskopie wurde nicht beigefĂŒgt. So konnten die Betroffenen, auch aufgrund der inzwischen vergangenen Zeit, die Angelegenheit nur in zeitraubenden GesprĂ€chen mit der Finanzbuchhaltung klĂ€ren. Hier zeigte sich dann auch noch in verschiedenen FĂ€llen, dass die Mahnungen ungerechtfertigt waren oder die BetrĂ€ge nicht stimmten.

„FĂŒr uns ein nicht nachvollziehbarer Vorgang“, zeigt sich SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt ĂŒber das Verfahren irritiert. Um Klarheit zu schaffen hat er deshalb eine dringliche Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt. Er möchte genau wissen, wie viele solcher Mahnbescheide fĂŒr offene BetrĂ€ge des Jahres 2010 verschickt wurden und warum nicht beglichene Forderungen nicht zeitnah sondern erst jetzt angemahnt wurden.

Ratsherrin Jenny Schumacher will das Mahnverfahren der Stadt genauer unter die Lupe nehmen: „Gibt es in der Finanzbuchhaltung ein Controlling-System, mit dem der Eingang bzw. Nichteingang von Zahlungen ĂŒberprĂŒft wird? Nach welcher Frist werden sĂ€umige Zahler gemahnt?“ In der SPD-BĂŒrgersprechstunde erzĂ€hlte ein Dormagener ihr auch, dass nach einer KontoĂ€nderung von seinem Konto ein Jahr lang zu den fĂ€lligen Steuerabgaben mehrere kleine GrundsteuerbetrĂ€ge abgebucht wurden, die einem anderen Objekt hĂ€tten zugeordnet werden mĂŒssen. „Auch hier ging der BĂŒrger zunĂ€chst nach dem Grundsatz vor, dass dies wohl seine Richtigkeit hat, bevor er stutzig wurde. Dies hĂ€tte aber bei einer besseren Kontrolle durch Abgleich der Daten nicht passieren dĂŒrfen.“

„Wir unterstellen der Stadt in keinem Fall UnregelmĂ€ĂŸigkeiten, wollen aber schon geklĂ€rt haben, was es mit den Beschwerden der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger auf sich hat“, erklĂ€rt Bernhard Schmitt. „Schließlich wollen wir sicherstellen, dass das Vertrauen in die Finanzverwaltung der Stadt keinen grĂ¶ĂŸeren Schaden nimmt.“