NRW muss mehr Dormagen wagen
(20.07.26 / Stadtverband)Mit den Stimmen der Regierungsmehrheit von CDU und Grünen hat der Landtag von Nordrhein-Westfalen die umstrittene Reform des Kinderbildungsgesetzes sowie die Einführung der sogenannten „ABC-Klassen“ beschlossen. Damit wurde eine weitreichende Neuordnung des Übergangs von der Kita in die Grundschule eingeleitet.
Während die Landesregierung die Pläne als wichtigen Schritt zur verbesserten Sprachförderung bewirbt, schlägt ihr ein Sturm der Entrüstung entgegen. Ein breites Bündnis aus Verbänden, Gewerkschaften und Initiativen lehnt die Reform als ineffizient und schädlich ab. Zu den prominenten Kritiker:innen zählen pädagogische Fachverbände, die eine faktische Entwertung der täglichen Kita-Arbeit beklagen, sowie Gewerkschaften wie die GEW und ver.di, die vor einer bloßen Symptombekämpfung angesichts des massiven Fachkräftemangels warnen. Statt Kinder dort abzuholen, wo sie stehen, drängt man sie in ein defizitorientiertes System, das zudem den Mangel an kindheitspädagogischem Fachpersonal in den Schulen völlig ignoriert. Auch Elterninitiativen kritisieren die geplante Trennung der Kinder von ihren vertrauten Bezugspersonen sowie die belastenden Anfahrtswege für Vier- und Fünfjährige. Unterstützt wird dieser Protest von Trägern der freien Wohlfahrtspflege; sie bewerten den Einsatz von jährlich über 100 Millionen Euro für Bustransfers und digitale Technik als am eigentlichen Bedarf vorbeigeplant. Diese Mittel, so die Kritik, würden an der Basis zur Stabilisierung des Kita-Alltags weit dringender benötigt. Selbst Kinderrechtsorganisationen warnen davor, das Kindeswohl durch die frühe Einbindung in ein schulorientiertes Leistungssystem zu gefährden.
Das „Dormagener Modell“ als bewährter Gegenentwurf
In dieser Debatte bietet das „Dormagener Modell“ eine überzeugende Alternative. Es setzt erfolgreich auf die Verkleinerung von Gruppengrößen, um die Interaktionsqualität im Kita-Alltag zu steigern und Sprache ganz natürlich zu fördern. Durch diese hohe Strukturqualität erhalten Fachkräfte mehr Zeit für die individuelle Begleitung jedes Kindes. Der zentrale Vorteil: Sprache und Bildung werden als fester Bestandteil des Alltags integriert, wodurch Kinder in ihrem gewohnten sozialen Umfeld bleiben und keine belastenden Wechsel zu externen Kursen benötigen. Durch die gestärkte Beziehung zwischen Erzieher:innen und Kindern werden Entwicklungsbedarfe frühzeitig erkannt und präventiv begleitet, was die Chancengerechtigkeit nachhaltig erhöht. Zudem steigert das Modell durch bessere Arbeitsbedingungen die Attraktivität des Berufs und wirkt dem Fachkräftemangel aktiv entgegen. Zusammenfassend wandelt das Dormagener Modell die Kita von einer reinen Betreuungsstätte in einen wirksamen Bildungsort, der durch Stabilität den Grundstein für einen erfolgreichen Schulstart legt. Dormagens Bürgermeister Erik Lierenfeld betont: „Kinder sollten nicht ständig wechselnde Bezugspersonen haben. Je stärker die Arbeit in den Kitas ist, beispielsweise durch einen besseren Personalschlüssel, desto weniger Probleme wird es in der Zukunft geben.“
Politische Initiative fĂĽr ein starkes NRW
Diese Haltung wird von den Landtagskandidaten Mathias Junggeburth (zuständig für Dormagen, Rommerskirchen, Grevenbroich und Teile von Jüchen) sowie Chantal Messing (zuständig für Teile von Jüchen, Kaarst, Korschenbroich und Meerbusch) nachdrücklich unterstützt.
Mathias Junggeburth bekräftigt: „Mein festes Ziel ist es, das Dormagener Modell auf ganz NRW auszuweiten. Ich möchte die bewährten Stärken dieses Ansatzes zum landesweiten Standard zu machen. Wir müssen Kitas so ausstatten, dass sie für jedes Kind ein verlässlicher Ort für die besten Startchancen sind.“
Auch Chantal Messing sieht darin den Schlüssel für ein starkes NRW: „Mein Antrieb ist es, NRW zum kinderfreundlichsten Bundesland zu machen. Wenn wir frühzeitig und gezielt in unsere Kinder und deren Bildung vor Ort investieren, legen wir das Fundament für ein gerechtes Morgen – das ist die beste Investition in unsere Zukunft.“
Mit diesem zukunftsorientierten Blick suchen die Landtagskandidierenden der SPD gemeinsam mit Gewerkschaften, Initiativen und Verbänden den Dialog mit der Landesregierung, um die bildungspolitischen Leitplanken in den kommenden Jahren aktiv mitzugestalten. Ihr gemeinsames Ziel ist ein Nordrhein-Westfalen, in dem jedes Kind – unabhängig von seiner Herkunft oder dem Geldbeutel der Eltern – beste Bedingungen zur Entfaltung seiner Talente vorfindet. „Das Dormagener Modell ist Vorreiter, Mutmacher und der Beweis, dass eine bildungsorientierte Politik, die auf Kontinuität und Nähe setzt, der wirksamste Motor für gesellschaftlichen Fortschritt ist“, so Junggeburth und Messing.
Foto (© Antje Schwarzburger):Â Dormagens BĂĽrgermeister Erik Lierenfeld, Landtagskandidat Mathias Junggeburth und Landtagskandidatin Chantal Messing (v.l.)
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