Stellungnahme zur Schließung der Geburtsstation im Rheinland-Klinikum Dormagen

(02.05.25 / Fraktion)
Die SPD Dormagen zeigt sich tief enttäuscht und empört über die erfolgte Schließung der Geburtsstation im Rheinland-Klinikum Dormagen. Trotz massiver Proteste aus der Bevölkerung – mehr als 16.000 Bürgerinnen und Bürger aus dem Rhein-Kreis Neuss, inklusive der Stadt Neuss, haben sich mit ihrer Unterschrift klar gegen die Schließung positioniert – hält die Geschäftsführung unbeirrt an ihrem Vorhaben fest. Auch die fehlende Zustimmung des Landesgesundheitsministeriums scheint hierbei keinerlei Rolle zu spielen. Dieses Vorgehen zeugt aus unserer Sicht von einem verantwortungslosen und bürgerfernen Verhalten.

Als Begründung wird ausschließlich Personalmangel angeführt. Doch wer sich einzig auf diese Erklärung zurückzieht, ohne überzeugende Strategien zur Personalgewinnung vorzulegen, stellt seine eigene Führungsfähigkeit infrage. In Zeiten, in denen viele Krankenhäuser bundesweit vor ähnlichen Herausforderungen stehen, erwarten wir von einer Klinikleitung mehr Einsatz, mehr Kreativität und vor allem mehr Dialogbereitschaft.

Hinzu kommt, dass die angekündigte Übertragung des bewährten Dormagener Modells in der Jugendhilfe auf die Geburtsklinik in Neuss bislang nicht über bloße Ankündigungen hinausgegangen ist. Das erzeugt nicht nur berechtigte Zweifel an der Ernsthaftigkeit solcher Aussagen, sondern untergräbt auch das Vertrauen in die Verlässlichkeit der Verantwortlichen.

Besonders betroffen sind Familien ohne eigenes Kraftfahrzeug. Die Aussage, das Lukaskrankenhaus in Neuss sei innerhalb von 20 Minuten erreichbar, ignoriert die Lebensrealität vieler Menschen. Zu Stoßzeiten oder im Notfall ist diese Zeitspanne schon mit dem eigenen Auto schlicht unrealistisch – insbesondere für werdende Mütter. Familien, die nicht mobil sind, werden noch absolut vernachlässigt. Die logische Folge: Immer mehr Geburten werden notgedrungen im Rettungswagen stattfinden. Dass hiervon vor allem Familien mit geringem Einkommen betroffen sind, macht dieses Vorgehen zusätzlich unsozial.

Um es klar zu sagen: Die SPD Dormagen erkennt die Notwendigkeit einer sinnvollen Zentralisierung medizinischer Leistungen an. Was hier jedoch geschieht, ist keine verantwortungsvolle Bündelung von Kompetenzen, sondern ein Rückzug aus der Daseinsvorsorge für junge Familien vor Ort. Die Schließung der Geburtshilfe in Dormagen ist ein sozialpolitischer Rückschritt, den wir in dieser Form entschieden ablehnen.

Wir fordern die Geschäftsführung des Rheinland-Klinikums auf, den Beschluss zu überdenken, transparente Lösungsansätze für die Personalgewinnung vorzulegen und gemeinsam mit dem Land sowie der Stadt Dormagen tragfähige Alternativen zu entwickeln – im Sinne der Familien, im Sinne der Gerechtigkeit und im Sinne der sozialen Verantwortung.

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