Verantwortungsvoll, sozial und nachhaltig: SPD bezieht Position zur FNP-Änderung

(07.05.25 / Fraktion)
In der aktuellen Debatte um die 3. Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) setzt sich die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Dormagen für eine nachhaltige, sozial gerechte und vorausschauende Stadtentwicklung ein. Die geplante Rücknahme einzelner Wohnbauflächen bedeutet dabei keineswegs ein „Nein“ zum Wohnungsbau – sondern ein „Ja“ zu verantwortungsvoller Planung im Sinne von Umwelt, Gemeinwohl und zukünftigen Generationen.

Innenentwicklung statt Flächenverbrauch – vorhandene Potenziale nutzen

„Es geht nicht um das Verhindern von Wohnraum, sondern um kluge Steuerung“, betont Ruben Gnade, stellvertretender Vorsitzender des Planungsausschusses. „Dormagen hat bereits heute ausreichend Wohnbaupotenzial – wir müssen nicht auf der grünen Wiese bauen, sondern endlich die vorhandenen Flächen im Stadtgebiet aktivieren. Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch stadtplanerisch geboten.“

Tatsächlich zeigt auch das Siedlungsflächenmonitoring der Bezirksregierung Düsseldorf, dass Dormagen im aktuellen Flächennutzungsplan rund 1.500 Wohneinheiten mehr ausweist, als nach Bedarf nötig wären. Das entspricht etwa 43 Hektar an bebaubaren Flächen – eine Größenordnung, die genutzt werden sollte, bevor weiterer Bodenverbrauch erfolgt.

Kritische Flächen treffen auf breite Ablehnung

Die SPD macht zudem deutlich: Bei vielen der zur Diskussion stehenden Flächen handelt es sich um sensible Bereiche, bei denen schon heute klar ist, dass eine Bebauung auf breite Ablehnung in der Bevölkerung stoßen würde. Dazu zählen etwa:
» die landwirtschaftlichen Flächen nördlich der KoniferenstraĂźe und sĂĽdlich der BismarckstraĂźe in Nievenheim,
» die landwirtschaftlich genutzten Flächen nördlich der Balgheimer StraĂźe und rund um den sĂĽdlichen Teil der SonnenstraĂźe in Delrath,
» sowie in Rheinfeld die Flächen zwischen Andreashof und Rheinfelder Hof.

„Gerade bei diesen Standorten zeigt sich, wie wichtig es ist, nicht starr an alten Planungen festzuhalten, sondern die tatsächlichen Gegebenheiten und Akzeptanz vor Ort ernst zu nehmen“, sagt Ruben Gnade. „Hier handelt es sich um wertvolle Landschaftsräume und Naherholungsflächen, die nicht leichtfertig geopfert werden dürfen.“

„Wir können es uns schlicht nicht leisten, weiterhin Natur- und Ackerflächen zu opfern, während gleichzeitig Baulücken und ungenutzte Grundstücke mitten in der Stadt leer stehen“, ergänzt Sonja Kockartz-Müller, die planungspolitische Sprecherin der Fraktion. „Die Herausforderungen unserer Zeit – Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit, Ressourcenschonung – lassen sich nicht mit Konzepten von gestern lösen. Eine moderne Stadtentwicklung muss ökologisch tragfähig, wirtschaftlich sinnvoll und sozial gerecht sein. Genau dafür steht die SPD.“

Kompaktere Quartiere, mehr Lebensqualität

Auch in der Innenentwicklung sieht Gnade große Chancen: „Wir können lebenswertere, vielfältigere Stadtquartiere schaffen, wenn wir bestehende Flächen klug nutzen – etwa durch Nachverdichtung, Baulückenschließung oder die Umnutzung leerstehender Gebäude. Gleichzeitig stärken wir die Infrastruktur, vermeiden zusätzliche Verkehrsbelastung und schützen unsere Freiflächen.“

Sozial gerechte Wohnraumpolitik braucht mehr als Neubaugebiete

Michael Dries, Fraktionsvorsitzender der SPD, macht deutlich: „Wer wirklich bezahlbaren Wohnraum will, muss auf Steuerungsinstrumente wie geförderten Wohnungsbau, soziale Quoten und die Nutzung kommunaler Flächen durch gemeinwohlorientierte Träger setzen – nicht auf pauschale Flächenausweisungen. Wenn wir neue Quartiere entwickeln, dann mit klaren sozialen Zielen. Und wenn wir den Bedarf decken wollen, dann zunächst mit dem, was bereits vorhanden ist. Die Innenentwicklung ist eine echte Chance, Wohnraum zu schaffen – ökologisch verantwortungsvoll und sozial ausgewogen.“

Kockartz-Müller ergänzt: „Gerade in der sozialen Wohnraumpolitik braucht es klare Regeln und aktives Handeln. Städtebauliche Verträge mit Sozialquoten, Förderung von Genossenschaften, Nutzung städtischer Flächen – das sind die Hebel, mit denen wir wirklich etwas für bezahlbaren Wohnraum tun können.“

Einladung zur offenen Debatte

Die SPD Dormagen ruft alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich differenziert mit der geplanten FNP-Änderung auseinanderzusetzen und sich konstruktiv in die Debatte einzubringen. „Wohnen muss für alle bezahlbar bleiben – aber nicht auf Kosten der Umwelt oder künftiger Generationen“, so Ruben Gnade abschließend. „Es ist Zeit für einen klugen Ausgleich zwischen Wachstum, Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung.“

Fazit:
Die Rücknahme einzelner Wohnbauflächen ist kein Rückschritt, sondern ein Zeichen zukunftsorientierter Stadtplanung. Die SPD Dormagen steht für ein Entwicklungskonzept, das Boden schützt, Wohnraum schafft und dabei niemanden zurücklässt.

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