SPD und GrĂŒne mahnen zur Besonnenheit beim FlĂŒchtlingsthema
(22.01.16 / Fraktion)Dormagen. Aufgrund der nicht nur in den sozialen Medien verbreiteten und zum Teil sehr diffamierenden ĂuĂerungen und Kommentare zur FlĂŒchtlingssituation mahnen SPD und GrĂŒne zur Besonnenheit: âWir nehmen die Sorge der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger vor Straftaten und Ăbergriffen sehr ernstâ, erklĂ€ren Bernhard Schmitt und Tim Wallraff. Dabei sei es nicht hilfreich, die Menschen â je nach ĂuĂerung und Meinung â gleich in eine politische eindeutig gefĂ€rbte Schublade zu stecken. âAllerdings warnen wir davor, jeden öffentlichen Kommentar, jedes verbreitete Bild und jeden âErfahrungsberichtâ als Tatsache zu akzeptieren und nicht zu hinterfragenâ. So wĂŒrden auch in Dormagen Ăngste aufgrund angeblicher Wahrheiten geschĂŒrt, die das Klima zwischen den Einwohnern und den tatsĂ€chlich hilfsbedĂŒrftigen FlĂŒchtlingen vergiften.
âVor nicht einmal einem Jahr haben wir alle eine ErklĂ€rung fĂŒr kulturelle Vielfalt und gegen Extremismus unterschriebenâ, erinnern die FraktionsvorstĂ€nde. âDabei haben wir uns klar gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Diskriminierung gestellt und uns fĂŒr eine Willkommenskultur gegenĂŒber allen Menschen, deren Anschauungen mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik vereinbar sind, ausgesprochen.â
âWer nach Deutschland kommt, muss sich an unsere Gesetze und Regeln haltenâ, so die Politiker. Das gĂ€lte fĂŒr alle hier lebenden Menschen. Die ethnische Herkunft sowie der staatsrechtliche Status oder Aufenthaltstitel spielen dabei keine Rolle, ein Wegschauen bei GesetzesverstöĂen werde bei Niemandem akzeptiert. Genauso falsch wie die Ansicht, dass alle zu uns Kommenden in erster Linie wirtschaftliche GrĂŒnde haben ist der Glaube, sie seien alle ohne Fehl und Tadel.
In Dormagen ist man auf einem guten Weg, um die Integration der FlĂŒchtlinge zu ermöglichen. âAllerdings geht das nicht von jetzt auf gleichâ, erklĂ€rt der stellvertretende BĂŒrgermeister Andreas Behncke. âOberste PrioritĂ€t hat zunĂ€chst die Unterbringung der Menschen. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen und DurchfĂŒhrungen fĂŒr Sprachkurse. Auch die Erarbeitung eines Konzeptes fĂŒr die Einbindung der Menschen in unsere Gemeinschaft wird vorangetrieben.â Dass es in Dormagen zu keinen eklatanten Problemen mit FlĂŒchtlingen gekommen ist, schreibt Tim Wallraff von den GrĂŒnen u. a. auch den vielen ehrenamtlich TĂ€tigen zu, die sich um diese Menschen kĂŒmmern und ihnen helfen. âWir arbeiten intensiv daran, damit die Menschen in unserer Mitte aufgenommen werden können. â
Die Verunsicherungen durch die Geschehnisse in der Silvesternacht in verschiedenen StĂ€dten und die damit verbundenen Kommunikationsfehler der letzten Wochen seien absolut verstĂ€ndlich. Dies dĂŒrfe aber nicht dazu fĂŒhrten, dass die Menschen vor Ort, deren Meinungsbild sich bislang sachliche begrĂŒndet und auf tatsĂ€chliche Fakten gestĂŒtzt hat, nun von den verschiedensten Interessenvertretern zur Durchsetzung persönlicher und politischer Belange und Vorstellungen instrumentalisiert werden. Die Politiker fordern deshalb dazu auf, vor allem pauschale Aussagen kritisch zu betrachten, auf Quelle und Urheber zu achten und zu differenzieren. âOb irgendeine Aussage wahr oder unwahr ist, lĂ€sst sich oft leider nicht mit einfachen Mitteln ĂŒberprĂŒfen und darf deshalb nicht gleich als richtig oder falsch klassifiziert werden.â.
In allen Fragen zur FlĂŒchtlingssituation arbeitet die Dormagener Verwaltung transparent. Bei den BĂŒrgerversammlungen besteht beispielsweise die Möglichkeit, sich auszutauschen und sich ĂŒber die Faktenlage zu informieren. âIn den letzten Wochen hat sie zudem bewiesen, dass sie die Sorgen der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger sehr ernst nimmt, eine angemessene AufklĂ€rung und Sicherheitslage im Fokus hat und eng mit der Polizei zusammenarbeitetâ, ergĂ€nzt SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Schmitt abschlieĂend.
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