Eigener Solarstrom für Dormagen: SPD will Energiekosten senken und Klimaschutz stärken
(01.07.26 / Fraktion)Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Dormagen möchte erreichen, dass künftig mehr Strom aus städtischen Photovoltaikanlagen direkt für kommunale Gebäude genutzt werden kann. Mit einem Antrag für die Ratssitzung am 9. Juli setzt sich die Fraktion dafür ein, die Einführung eines kommunalen Bilanzkreismanagements gemeinsam mit der evd zu prüfen. Ziel ist es, Energiekosten zu senken, den Eigenverbrauch von Solarstrom zu erhöhen und gleichzeitig den CO?-Ausstoß zu reduzieren.
„Immer mehr städtische Gebäude erzeugen eigenen Solarstrom. Deshalb müssen wir die Frage stellen, wie wir diese Energie möglichst effizient für unsere Schulen, Kitas, Sporthallen und Verwaltungsgebäude nutzen können“, erklärt Ruben Gnade, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. „Gerade in Zeiten knapper Haushaltsmittel sollten wir jede Möglichkeit nutzen, Kosten zu senken und gleichzeitig den Klimaschutz voranzubringen.“
Vorbild für den Antrag ist ein Modell, das bereits erfolgreich in der Stadt Alzey umgesetzt wird. Dort kann Strom aus kommunalen Photovoltaikanlagen bilanziell anderen städtischen Gebäuden zugeordnet werden. Dadurch muss weniger Strom extern eingekauft werden. Die SPD möchte prüfen lassen, ob ein ähnliches Modell auch in Dormagen umgesetzt werden kann.
„Wir wollen aus erfolgreichen Beispielen anderer Kommunen lernen und die Chancen für Dormagen ausloten“, betont Carsten Müller, Vorsitzender des Betriebsausschusses der städtischen Eigenbetriebe. „Wenn wir lokal erzeugten Strom intelligenter nutzen können, stärken wir die Wirtschaftlichkeit unserer städtischen Gebäude und machen einen weiteren Schritt in Richtung kommunaler Energiewende.“
Ein zentraler Partner soll dabei die evd sein. Sie verfügt über die notwendige energiewirtschaftliche Expertise und könnte die operative Bewirtschaftung eines solchen Systems übernehmen. Deshalb fordert die SPD die Verwaltung auf, gemeinsam mit der evd die technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen zu prüfen und ein Umsetzungskonzept zu erarbeiten.
„Die Energiewende muss sich auch ganz konkret vor Ort auszahlen“, sagt Tina Lang, Aufsichtsratsmitglied der evd. „Wenn es gelingt, den auf unseren Dächern erzeugten Strom besser innerhalb der städtischen Infrastruktur zu nutzen, profitieren Klima, Haushalt und letztlich alle Bürgerinnen und Bürger in Dormagen. Genau solche innovativen Ansätze brauchen wir.“
Zusätzlich schlägt die SPD vor, das bereits laufende Praxisbeispiel aus Alzey im Hauptausschuss vorzustellen. So sollen Rat und Verwaltung eine fundierte Entscheidungsgrundlage erhalten, um über die nächsten Schritte beraten zu können.
Für die SPD ist klar: Klimaschutz und wirtschaftliche Vernunft dürfen kein Widerspruch sein. „Gerade in finanziell herausfordernden Zeiten müssen wir offen für neue Lösungen sein, die beides miteinander verbinden“, so Gnade abschließend. „Deshalb wollen wir prüfen, wie Dormagen von einem kommunalen Bilanzkreismanagement profitieren kann – pragmatisch, nachhaltig und mit Blick auf die Zukunft unserer Stadt.“



















